Männergesangverein Weifenbach e.V.

Vorstand

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1. Vorsitzender: Alfred Theofel
2. Vorsitzender: Oliver Kirschnek
Kassierer: Klaus Schmidt
stellv. Kassierer: Friedbert Röhr
Schriftführer: Martin Künkel
stellv. Schriftführer: Jürgen Schmidt
Beisitzer: Erich Stremel, Manfred Hermann, Klaus Bernhard, Dieter Schneider
Ansprechpartner: Alfred Theofel, Martin Künkel, Oliver Kirschnek
eMail: mgv@weifenbach.de
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Geschichte des Chorgesangs in Weifenbach

Der erste Chorleiter des früheren Gesangvereins „Eintracht“, der Musiker Ludwig Henkel I., hat kurz vor seinem Tod im Frühjahr 1935 dem damaligen Vorsitzenden Heinrich Hainbach zur Entstehung des Chorgesangs in Weifenbach folgendes mitgeteilt:

„Er habe in den Wintermonaten des Jahres 1884 seinen Freunden und Kameraden erzählt, dass er als Militärmusiker während seiner Dienstzeit eine Kompanie-Gesangsgruppe geleitet habe. Daraufhin hätten diese den Wunsch geäußert Lieder auch mal mehrstimmig einzuüben. Das erste Lied sei „Die Kapelle (Was schimmert dort auf dem Berg so schön)“ gewesen. Schon nach kurzer Zeit hätten sich Männer und Burschen gemeldet, welche auch mitsingen wollten und so sei schon im Februar 1885 mit 27 Sängern der Gesangverein „Eintracht“ gegründet worden .“

Da in Weifenbach bekanntlich zwei Gaststätten und auch zwei Musikkapellen existierten, wurde wahrscheinlich durch Konkurrenzdenken im Jahr 1889 in der oberen Gastwirtschaft der zweite Gesangverein mit dem Namen „Frohsinn“ gegründet.

Die Fahne des GV „Eintracht“ wurde in 1889 vom Anstreichermeister Plitt aus Biedenkopf gemalt und durch ein kleines Fest auf der Horst finanziert. In freiwilligen Arbeitsstunden wurde dazu ein Tanzboden geschaffen und in dessen Mitte eine Linde gepflanzt wurde, welche heute noch steht.
Der GV „Frohsinn“ kaufte sich im Jahr 1926 seine Fahne, die von Spenden der Sänger und Mitglieder bezahlt wurde.

Beide Vereine haben in den folgenden Jahren den Chorgesang eifrig gepflegt und standen damals schon auf beachtlichem Niveau. Sängerfeste und Freundschaftssingen wurden besucht, doch die Beteiligung an den nach dem 1. Weltkrieg üblichen Gesangswettstreiten war eher spärlich.

Die ersten Chorleiter waren:

GV „Eintracht“
Ludwig Henkel I., Lehrer Donges, Lehrer Hess, Heinrich Blöcher I., Rudolf Henkel II.

GV „Frohsinn“
Georg Reitz, Otto Heinemann, Chr. Henkel V., Ludwig Henkel I.

Die ersten Vorsitzenden:

GV „Eintracht“
Joh. Jost Blöcher, Heinrich Weigel II., Ludwig Henkel II., Jakob Benner

GV „Frohsinn“
Heinrich Schneider, Ludwig Grebe, Jakob Weigel I., Heinrich Plack I., Wilhelm Schneider, Karl Weigel III.

Schon in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg, in denen der Chorgesang ruhte, setzten Bestrebungen ein beide Chöre zu vereinen, was aber gewisse Schwierigkeiten bereitete. Endlich aber im August 1933 gelang der Zusammenschluss und der Wunsch von vielen treuen Sängern ging in Erfüllung.
Beide Vereine verzichteten auf ihren bisherigen Namen und nannten sich fortan „Männergesang-verein 1885 Weifenbach“.

Heinrich Hainbach stand dem neuen, verstärkten Chor von ca. 45 Sängern vor und lenkte seine Geschicke 20 Jahre lang. Zum Chorleiter berief man Otto Heinemann aus Ludwigshütte, welcher den Verein so vorbildlich führte, dass alle Besucher beim 50-jährigen Jubiläumsfest in 1935 vollauf begeistert waren. Dieses Fest war natürlich stark nach den politischen Verhältnissen in Deutschland ausgerichtet, was man noch aus vorhandenen Programmen ersehen kann.
Infolge von Versetzung musste Herr Heinemann 1936 den Verein verlassen, was von den Sängern zutiefst bedauert wurde.

Lehrer Wilhelm Thome aus Wallau übernahm dann die Chorleitung bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges als die Gesangstätigkeit abermals zum Erliegen kam.

Nach Beendigung der Krieges erweckten einige Männer den Verein wieder zu neuem Leben und die Heimkehrer wurden mit einem Ständchen begrüßt. Heinrich Hainbach stand immer noch zur Verfügung und Lehrer Thome übernahm auch wieder den Dirigentenstab bis ihn sein Alter im Juni 1951 zwang, seine Tätigkeit einzustellen.

Für den Verein begann eine schwere Zeit, die aber durch Zusammenhalt und Einigkeit überwunden werden konnte. Es gelang den noch in Ausbildung stehenden Gerhard Schwarz aus Breidenstein als Chorleiter zu gewinnen, doch auch er musste im Dezember 1952 wegen seines Examens als Lehrer seine Tätigkeit aufgeben. Im Jahr 1953 betreute Edgar Henkel (Ludwigshütte) den Verein.

Ab 1954 übernahm der Musiker Heinrich Riedesel aus Weifenbach, welcher in seiner Heimatgemeinde Hatzfeld den dortigen Chor schon über 20 Jahre geführt hatte, den Verein in vorbildlicher Weise und führte ihn fast drei Jahrzehnte zu schönen Erfolgen.

Zwischenzeitlich, im Jahr 1953, legte auch Heinrich Hainbach sein Amt als Vorsitzender nach 20 Jahren nieder und Alfred Henkel wurde 1954 sein Nachfolger. Diesem folgte dann ab 1956 Herr-mann Theofel.

Durch die vielen Führungswechsel hatte der Besuch an Sängerfesten stark nachgelassen und Heinrich Riedesel strebte im Einvernehmen mit der Vereinsführung und den Sängern eine Wand-lung an, was ihm im Hinblick auf ein bevorstehendes Jubiläum auch gelang.

Im Jahr 1960 feierte der Verein sein 75-jähriges Jubiläum mit einem Gesangswettstreit und einem Freundschaftssingen im Wiesengrund, an dem 15 Gastvereine teilnahmen.

Gerhard Henkel war in 1961 ein Jahr als Vorsitzender tätig, bevor im Februar 1962 Christian Weber dieses Amt übernahm.

Den 85. Geburtstag feierte man in1970 wieder mit einem Fest im Wiesengrund und 31 Gast-vereinen.

Nach 8 Jahren Vereinsführung legte dann Christian Weber sein Amt aus Altersgründen nieder. Lehrer Gerhard Maaß stand dem Verein bis 1973 vor, sein Nachfolger wurde Paul Weber. In dessen Amtszeit fiel der Bau der Schutzhütte oberhalb des Dorfes, welche in Gemeinschaftsarbeit mit dem Verkehrs- u. Verschönerungsverein und der Freiwilligen Feuerwehr errichtet wurde. Leider musste Weber 1978 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklären.

In der JHV 1978 fand sich kein Nachfolger, auch auf die eindringlichen Worte von Heinrich Riedesel stellte sich kein Mitglied zur Verfügung. Die Versammlung wurde durchgezogen mit der Vorgabe, die verbliebenen Vorstandsmitglieder Rudolf Müller, Rudi Grebe, Rudi Bernhardt, Alfred Theofel, Erich Stremel und Otto Weigel sollten sich in absehbarer Zeit um einen 1. Vorsitzenden bemühen. Bei der außerordentlichen Versammlung am 17. März 1979 konnte der seitherige Schriftführer Rudi Grebe zum Vorsitzenden gewählt werden.

In den Jahren 1975 und 1980 beging der Verein sein 90- bzw. 95-jähriges Jubiläum, jeweils mit einem Chorkonzert in der Fritz-Henkel-Halle in Wallau, an dem auch befreundete Chöre aus den Nachbarorten mitwirkten.

Der Dirigent Heinrich Riedesel sprach in jenen Jahren ebenfalls von Rücktritt aus Altersgründen, stellte sich aber nach der Wahl von Rudi Grebe zum Vorsitzenden nochmals zu Verfügung, wofür ihm die Sänger herzlich dankten.

Im Jahr 1980 wurde Dieter Schneider einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und Rudi Grebe übernahm die musikalische Leitung. Den sich um den Chorgesang in Weifenbach verdient gemachten Heinrich Riedesel ernannte die Versammlung zu Ehrenchorleiter.

Im Jahr 1980 stand das Vereinsleben voll im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums. Nach sehr umfangreichen Vorbereitungen erlebte Weifenbach das größte Fest seiner Geschichte. Mit nahezu 2.000 Sängern aus 56 Gastvereinen und den vielen Besuchern hatten wir über drei Festtage ein vollbesetztes Festzelt und am Sonntag zog ein farbenfroher Festzug mit 6 Gastvereinen und jeweils die verschiedensten Gruppierungen aus allen Weifenbacher Vereinen durch den Ort.
Zum 100-jährigen Jubiläum bekam der Verein auf dem Hessentag in Alsfeld die Zelterplakette überreicht und Landrat Dr. Kurt Kliem überreichte auf der Jahreshauptversammlung 1985 die „Silberne Ehrenplakette“ des Landes Hessen.

Im Januar 1989 kündete Rudi Grebe seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen an und der Vorstand musste sich um Ersatz bemühen. Nach einigen Wochen konnte im April Jürgen Meyerhofer aus Wolzhausen gewonnen werden. Dies bedeutete für die Sänger eine enorme Umstellung. Die Gesangstunde konnte erst um 21.oo Uhr beginnen und das wurde nicht von allen akzeptiert. Im Oktober des Jahres trennte sich der Verein dann in gegenseitigem Einvernehmen von Herrn Meyerhofer.

Die Vereinsführung hatte zwischenzeitlich mit Helmut Ronzheimer aus Herzhausen Kontakt aufgenommen und er war bereit die Chorleitung zu übernehmen. Seit November 1989 hat er die musikalische Leitung zur vollsten Zufriedenheit aller Sänger übernommen und führte uns auch wieder zu musikalischen Erfolgen bei Freundschafts- und Wertungssingen.

Ende Mai 2011 feierte der Männergesangverein sein 125-jähriges Jubiläum mit einem Freund-schaftssingen in der hiesigen Turnhalle.

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